Nischenkind

Hey Nischenkind,
du klebst in deiner Ecke.
Du klebst in deiner Ecke Glanzbilder an die Wand
und hoffst auf einen Blick vom Rand.
Denn was am Ende zählt,
ist der Gedanke.

Ich sehe es,
du kippst.
Kippst eimerweise Farbe über die Steine,
doch dein Gelb ist nicht grell,
dein Blau nicht Mainstream genug.
Und was am Ende zählt,
ist der Gedanke.

Mensch, Nischenkind,
jetzt geh doch.
Geh mal raus aus deiner Ecke.
Du turnst, du tanzt, du trampelst
auf der Stelle wie im Wahn.
Weil, was am Ende zählt,
ist der Gedanke.

Trotzig schaust du in die Sonne,
brennst dir Punkte vors Gesicht,
kratzt ein Muster in die Lichter
und scherst dich einen Dreck.
Doch was am Ende zählt,
ist der … na, rate mal.

Das bisschen Kitsch
hat noch keinem geschadet.
Das bisschen Pomp
tut auch dir nicht weh.
Pathos liegt in der Luft,
aber du hast ihn weggeatmet.
Bleibt die Stille,
die dich umgibt.

Ey Nischenkind, du Eckenhocker,
du weißt ja,
was am Ende zählt.

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